Diskussion »Fließgewässerkriterienkatalog wegwerfen!!!«

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  1. TP seit 2002

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    FeldP aus St Georgen04.09.07 09:03

    Heftige Kritik am steirischen Ausbaupotential-Katalog und eine Empfehlung für diesen Katalog!

    Mehr dazu auf orf.at.

    Weitere Vorschläge für Protestschreiben in den Folgeposts.

    LG Peter

  2. TP seit 2002

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    FeldP aus St Georgen04.09.07 09:06

    Unsichere Zukunft für Fließgewässer in der Steiermark

    Sehr geehrte...,

    als Jugendreferent eines Kanuvereins hat der Inhalt des Fließgewässerkriterienkatalogs bei mir Befremden hervorgerufen. Statt die letzten naturnahen Fließgewässer vor wasserbaulichen Eingriffen zu schützen und für die nächsten Generationen zu erhalten, könnten nach diesem Katalog an 98-99% aller steirischen Flüsse und Bäche neue Wasserkraftanlagen errichtet werden, selbst in geschützten Bereichen.

    Als Naturfreund und begeisterter Kajakfahrer, der bemüht ist, Kindern und Jugendlichen auch in Zukunft prägende Erlebnisse im verantwortungsvollen Umgang mit der Natur zu ermöglichen, kann ich diesen Katalog nicht akzeptieren! Ähnlich wie bei der Koppentraun würde der Katalog massive Proteste engagierter Bürger auch im Ausland heraufbeschwören.

    Es geht nicht um eine grundsätzliche Verurteilung der Wasserkraft, an deren grundsätzlichem Sinn keine Zweifel bestehen. Auf massiven Widerstand werden hingegen weitere Ausbaumaßnahmen stoßen,

    - bei denen für eine in Relation minimale Energieerzeugung die letzten einzigartigen Fluss- und Wildbachlandschaften zerstört werden

    - wenn bei bestehenden Kraftwerken noch verschiedene Modernisierungspotentiale genutzt werden können.


    In Naturschutzgebieten, Nationalparks, Natura 2000 Gebieten und an den wenigen naturnahen Gewässern darf es auch im Interesse der künftigen Generationen keine neuen Kraftwerke geben. Der Wert dieser Gewässer auch in Hinblick auf einen sanften Tourismus und Freizeitmöglichkeiten für Einheimische und Gäste muss in stärkerem Umfang als bisher erkannt und bewusst gemacht werden. Denn nur wenn auch die Jugend von morgen die Möglichkeit hat, die Einzigartigkeit der Natur zu entdecken, wird sie selbst bereit sein, diese auch zu schützen.

    Ich bitte Sie und fordere Sie auf, diesen ökologisch nicht verantwortbaren Entwurf des Kriterienkatalogs zu überarbeiten, bzw. auf die Verantwortlichen dieses Katalogs einzuwirken!

    Leisten Sie ihren Beitrag zur Rettung der Flüsse in der Steiermark für unsere Jugend!

    Mit freundlichen Grüssen

  3. TP seit 2002

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    FeldP aus St Georgen04.09.07 09:09

    Fließgewässerkriterienkatalog der steierschen Flüsse


    Bitte erhalten Sie uns die steirischen Flüsse !!!


    Sehr geehrte...,

    mit Entsetzen habe ich von einem Fließgewässerkriterienkatalogs erfahren und der Gefahr, das die erfassten Flüsse in ihrer ureigenen Natur verbaut werden.

    Erhalten Sie diese Flüsse für sich, ihre Enkel und auch für uns Touristen!

    Ich schreibe ihnen aus Norddeutschland, weil ich die Steiermark mit ihren kleinen urtypischen Gewässern seit Jahren lieben und schätzen gelernt habe.

    Wir, das sind mind. 10 Kajakfahrer, die bis zu 2 –3 mal im Jahr in die Steiermark Urlaub machen, weil wir diese schöne und noch gut erhaltene Natur mit ihren kleinen Flüssen in Deutschland nicht mehr haben.

    Unsere Väter haben in den 60 / 70 er Jahren unsere Flüsse durch sehr teure Flurbereinigungsverfahren kanalisiert und zum Sterben verurteilt. Heute beginnen erste Rückbaumaßnahmen und man versucht mit teueren und aufwendigen Maßnahmen den Flüssen ihr Flussbett wieder zu geben. Unsere Kinder werden die Lasten tragen müssen und ihre Väter und Großväter verfluchen, weil die sich nicht gewehrt haben.


    Helfen Sie den steirischen Flüssen - Frau / Herr ...........!


    Wir kommen gerne in die Steiermark und möchten das weiter von Herzen tun, helfen Sie uns!


    Mit freundlichen Grüssen

  4. TP seit 2005

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    xeis aus Hall bei Admont05.09.07 12:39

    Die Herrschaften verlieren keine Zeit! Letzte Woche ist unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit die Wasserrechtsverhandlung für den Untertalbach abgehalten worden. Der Kraftwerksbau wurde natürlich genehmigt! Die Umwelt Anwältin Fr. Pöltinger glänzte durch unentschuldigte Abwesenheit, also wurde von Seiten des Naturschutz keine einwende erhoben.
    Das ganze ist besonders Kurios da die Gemeinden Rohrmoos und Schladming für der Wanderweg Wilde Wasser eine nicht unerhebliche Summe an Förderungsmittel aus Brüssel kassiert haben!
    Jetzt wollen die Betreiber bestimmt noch mal 600000€ für das Kraftwerk und die Zerstörung des Wanderweges von der EU?

  5. TP seit 2005

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    xeis aus Hall bei Admont05.09.07 12:58

    Noch ein nachschlag am Rande.
    Neue Infos:
    In naher Zukunft sind in der Obersteiermark folgerte Flüsse Bedroht:

    Kleinsölk 6 Kraftwerke

    Großsölk ?

    Grimmingbach ?

    Golling 1 Kraftwerk

    Obertalbach 1 Kraftwerk

    Striglerbach bereits gebaut

    Enns 3 in Planung

    Enns erweiterung Kraftwerk Hieflau um 70m³ Baubegin2008

    Untertalbach da geht es ratz fatz:

    Die Herrschaften verlieren keine Zeit! Letzte Woche ist unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit die Wasserrechtsverhandlung für den Untertalbach abgehalten worden. Der Kraftwerksbau wurde natürlich genehmigt! Die Umwelt Anwältin Fr. Pöltinger glänzte durch unentschuldigte Abwesenheit, also wurde von Seiten des Naturschutz keine einwende erhoben.
    Das ganze ist besonders Kurios da die Gemeinden Rohrmoos und Schladming für der Wanderweg Wilde Wasser eine nicht unerhebliche Summe an Förderungsmittel aus Brüssel kassiert haben!
    Jetzt wollen die Betreiber bestimmt noch mal 600000€ für das Kraftwerk und die Zerstörung des Wanderweges von der EU?

  6. Schladming - Rohrmoos,

    ich war vor ca. 3 Wochen in Schladming auf Urlaub,

    was die da geschaffen haben ( Untertal und Obertal bei Rohrmoos - Wilde Wasser-Kinderspielplatz - Wanderwege etc.) ist wirklich toll und hat Sinn. Aber bitte was soll der Unsinn mit Kraftwerken, wollen die Steirer wirklich die letzten Urlauber vertreiben ?

    Lasst doch den Generation nach uns auch noch Natur genießen dürfen !!!!!!

    Wenns sein muß, machen wir wieder eine Protestaktion siehe Koppi, vielleicht nützt´s was, bin gerne dabei !!!!!

    Liebe Grüße von der Steyr

    Herbert

    PS: Macht dort mit euren Kindern Urlaub - ein Erlebnis !

  7. TP seit 2002

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    FeldP aus St Georgen05.09.07 13:29

    Sehr geehrte EntscheidungsträgerInnen!

    via www.kajak.at habe auch ich von dem Plan erfahren, den Fliesswasser-Kriterien-Katalog in einer Weise zu überarbeiten, die es erlauben würde auch noch die letzten, naturnahen Fliessgewässer zu verbauen.

    Es ist mir bewusst, dass Wasserkrafte eine der ökologisch verkraftbarsten Energiegewinnungsmethoden ist, dennoch möchte ich Ihnen mitteilen, dass für mich wie auch für viele andere Erholungssuchende das erhalten von natürlichen und naturnahen Erholungsräumen hier im Vordergrund stehen muss!
    Jede Massnahmen für reduzierten Energieverbrauch ist willkommen, jedes beheben der Ursachen anstatt nur Symptome zu behandeln ist begrüßenswert, aber ein weiterer Raubbau an nicht ersetzbaren "Rohstoffen" wie Naturgebieten wäre in einem ohnedies extrem zersiedelten Gebiet wie Österreich ein direkter Affront gegenüber kommenden Generationen.

    Es darf nicht sein, dass die Nachfolgegenerationen Natur nur mehr aus Universum-Dokumentationen kennen und Sie ihnen die Chance nehmen, diese selbst und unmittelbar erfahren und erforschen zu dürfen.

    Ich gehe davon aus, dass Sie, als Menschen in Entscheidungspositionen und damit meist auch schon in doch fortgeschrittenem Erwachsenenstaduim dennoch auf die von vorherigen Generationen bekannte Hybris, den vertrauten Egoismus und die Rücksichtslosigkeit verzichten, Momententscheidungen zum eignen, unmittelbaren Vorteil zu treffen.
    Bitte nehmen Sie Ihre Verantwortung gegenüber kommenden Generationen wahr! Bitte Entwickeln Sie ein Bewusstsein dafür, dass Ihre Entscheidungen heute Auswirkungen für mehrere Generationen haben!

    Bitte erlauben Sie nicht, dass es möglich wird, Natur noch weiter zu zerstören, auch wenn den Nutzen aus Ihrer Entscheidung primär Ihre Kinder und Enkelkinder haben werden.

    Wir Menschen, die sich gern in der Natur bewegen, egal ob zu Fuss, mit Mountainbike, mit Kajaks oder mit anderen nicht motorisierten, ökologisch unkritischen Mitteln - wir die wir es geniessen, die Jahreszeiten und unterschiedliche Wasserstände zu erleben und den Dialog mit der Natur brauchen um daraus Kraft für den Alltag zu schöpfen - wir alle wären Ihnen dankbar, wenn uns Bagger und Beton in Kleinflüssen und anderen Natur-Refugien erspart blieben, durch Ihre richtige Entscheidung GEGEN das Zulassen jedweder weiterer Verbauung!

    Mit freundlichen Grüßen,

  8. Kraftwerke werden verdoppelt:

    In einer der letzten Ausgaben de Wirtschaftszeitung Gewinn ist ein Interview mit dem Chef der Verbund-Strom-Gesellschaft. Der sagt:

    Sie wollen die Kraftwerkskapazität in Österreich verdoppeln und den Strom exportieren .

    Ob das wirschaftlich so schlau ist. Ich kann mir vorstellen, dass man im Tourismus so mehr verliert, als durch den Stromexport verdient.

    Jedenfalls finde ich es super, dass Kajak.at etwas unternimmt

    TomTom

  9. TP seit 2002

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    FeldP aus St Georgen12.09.07 11:06

    Kraftwerksbau in der Steiermark


    Sehr geehrter Herr Landeshauptmann, sehr geehrter Herr Landesrat!

    Durch den Fließgewässerkatalog für die Steiermark soll der Weg für neue Kraftwerksbauten geebnet werden. Betroffen sind davon gerade jene Gewässer, die für uns Kajaksportler die Basis für unseren Sport bilden – und dabei sind nicht einmal Naturschutzgebiete ausgenommen.

    Für mich als Naturschützer und Kajakfahrer ist das völlig unakzeptabel. Sollten unsere letzten naturbelassenen Gewässer dem Kraftwerksbau geopfert werden, sind auf alle Fälle massive Proteste aus allen Bereichen der Bevölkerung zu erwarten, nicht nur von Naturschützern und Kajaksportlern.

    Der Nutzen, den ein Kraftwerk an einem kleinen Fluss bringt, steht in keinem Verhältnis zum dauerhaft angerichteten Schaden an der Natur.

    Bitte helfen Sie die Naturschönheiten der Steiermark zu erhalten!


    Mit freundlichem Gruß

  10. Servus,

    folgendes kam zurück:

    "Sehr geehrte Damen und Herren!

    Vielen Dank für ihr Schreiben, mit dem sie Ihrer Kritik am geplanten Fließgewässerkriterienkatalog Ausdruck verleihen. Seitens der Bezirksnaturschutzbeauftragten und meine Mitarbeiters Dr. Kurt Fauland sowie der Fachstelle Naturschutz und meiner Person werden diese Bedenken geteilt, weshalb sich eine Arbeitsgruppe gebildet hat, die den von Büro Kofler vorgelegten FGKK sehr kritisch geprüft und notwendige Abänderungen in ein Positionspapier eingearbeitet hat.

    Nach einstimmiger Meinung der Sachverständigen ist der so geplante FGKK für den Naturschutz nicht anwendbar, da er die Möglichkeit eröffnet sehr hochwertige und naturnahe Fließgewässer für eine Kraftwerksplanung freizugeben. Durch den geplanten FGKK wären nach Schätzung lediglich 2% der FG apriori geschützt. Bei den übrigen Fällen wäre der Naturschutz durch ein positives Screening-Ergebnis aus dem FGKK in seiner Befundung und Begutachtung massiv bevormundet und wären negative Stellungnahmen nur sehr schwer und unter unzumutbarem Aufwand (Zeit und Kosten) zu bewerkstelligen. Der Grund dafür liegt in der Ökologie selbst, die kaum absolute und definitive Aussagen zulässt.

    Demzufolge wurde zusammengefasst Folgendes in das Positionspapier eingearbeitet:

    "Der Vorschlag, jeweils ein Gewässersystem pro naturräumlicher Einheit auszuweisen, wird zustimmend zur Kenntnis genommen. Zusätzlich dazu sind Fließgewässer in den Schutzgebieten der Kategorien §5, lit a, b, c, Nationalparke, wasserbezogene Naturparke (Sölktäler, Eisenwurzen, Mürzer Oberland, Grebenzen) und Europaschutzgebiete (Raabklamm, Lafnitz, Gulling, Schwarze und Weiße Sulm, Deutschlandsberger Klause, Zubringerbäche zur Grenzmur, Oberlauf der Pinka) von einer energetischen Nutzung ausgeschlossen. Eine Ausnahme bilden jene Gewässerabschnitte, welche eine ökomorphologische Zustandsklasse (nach Werth) größer-gleich 3 aufweisen. Bei gewässerbezogenen Geschützten Landschaftsteilen und Naturdenkmalen ist die energetische Nutzung ohne Ausnahme ausgeschlossen.

    Zu den einzelnen Kriterien wurden folgende Änderungen vorgenommen:


    Bezüglich 4.3 „Betrachtungsraum“:

    Der Betrachtungsraum, auf den sich die folgenden Kriterien beziehen, schließt nur den durch das geplante Projekt betroffenen Fließgewässerabschnitt ein.

    Zur Kriteriengruppe Tiere und Pflanzen wird angemerkt, dass diese erst nach Vorliegen geeigneter Datengrundlagen (steiermarkweite Verbreitungskarten) wirksam werden können. Nachdem zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abgeschätzt werden kann, wann mit diesem Datenmaterial zu rechnen ist, ist diese Kriteriengruppe derzeit nicht anwendbar.

    Bezüglich der Kombinationsmöglichkeiten werden Änderungen erfolgen, welche aber erst in der Praxis einer Überprüfung bzw. Adaptierung unterzogen werden."

    Der so von den Sachverständigen abgeänderte FGKK wird von mir als steir. Umweltanwältin vollinhaltlich unterstützt und stellt sicher, dass die Fließgewässer auch künftig vor Begehrlichkeiten geschützt sind.

    Mit freundlichen Grüßen

    MMag. Ute Pöllinger
    Umweltanwältin
    Stempfergasse 7
    8010 Graz
    Tel.: (0316) 877-2965
    Fax: (0316) 877-5947
    E-Mail: umweltanwalt@stmk.gv.at"

  11. TP seit 2006

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    Es ist ja schon was wert wenigstens eine Rückmeldung auf ein Protestmail zu erhalten, allerdings kann (zumindest) ich mit dieser Antwort eigentlich gar nichts Anfangen. Ohne den Zusammenhang des FGKK-Textes sind die Abänderungsvorschläge eigentlich recht schwierig auf ihre Wirksamkeit zu bewerten.

    Ich habe mir die Mühe gemacht die Mophologieklassen nach Werth (1987) herauszusuchen - hilft ein bisschen aber immer noch zu wenig.

    Morphologieklasse Beschreibung

  12. Die Uferlinien sind, soweit bekannt bzw. rekonstruierbar, im natürlichen Zustand erhalten, vereinzelte kleinräumige Verbauungen an Prallufer oder Uferanbrüchen. Fehlen Ufergehölze so ist in Klasse 2 einzustufen.
  13. Die Uferlinien sind weitgehend im natürlichen Zustand erhalten, aber immer wieder über kurze Strecken verbaut. Der Gewässerlauf ist insgesamt nicht wesentlich verändert.
  14. Die Uferlinien sind fast durchgehend anthropogen überformt und nur von kurzen, unverbauten Abschnitten unterbrochen. Meist ist auch der Lauf verändert (verkürzt), was zu einer Änderung der Gewässertyps führen kann.
  15. Die Uferlinien sind durchgehend verbaut, zusätzlich ist eine Sohlstabilisierung durch Sohlgurte und/oder Sohlpflasterung vorhanden.
  16. Das Gewässer ist verrohrt bzw. liegt in einem geschlossen Kastenprofil.
  • TP seit 2002

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    Ich habe einmal bei den Grünen nachgefragt warum die sich nicht mehr engagieren. Unten die Antwort.
    Nicht ganz zu Unrecht sind die Grünen der Meinung, dass vor allem lokaler Widerstand erforderlich ist, den sie dann auch unterstützen.
    Bei der Koppentraun hat es den auch gegeben, beim Talbach sieht es da leider traurig aus.
    Reinhard


    Sehr geehrter Herr DI Schmid, wir danken für Ihr email. Allerdings ist Ihr Eindruck falsch, dass die Grünen nicht gegen die Verbauung der letzten freien Fließgewässerstrecken auftreten würden. Lesen Sie bitte nur zwei der zu diesem Thema eingebrachten parlamentarischen Anfragen und unser Umweltprogramm aus dem Jahre 2006.

    Umweltprogramm 2006:

    * "Der Bau von Wasserkraftwerken in Naturschutzgebieten wird abgelehnt. Die Forcierung der Wasserkraft soll durch Revitalisierung und Effizienzsteigerung bei bestehenden Anlagen erfolgen und ein Ausbau auf Fließstrecken beschränkt werden, deren Ökosysteme nicht aus Naturschutzgründen unberührt bleiben sollen bzw die - auch im Bezug auf Hochwasserschutz - kein Renaturierungspotential besitzen."
    * "Sofortige Erlassung einer qualitätsvollen Verordnung 'Ökologische Ziele für Fließgewässer'.

    Letzteres wurde auch mit der parlamentarischen Anfrage Nr 4687/J vom Juli 2006 urgiert, denn die fehlende Definition des ökologischen Standards von Fließgewässern fördert einen Kraftwerkswildwuchs.

    Aus Anlass des Steirischen Kriterienkatalogs für Fließgewässer haben die Grünen beim BMLFUW genau nachgefragt, welche Rolle ein solcher (im Konkreten abzulehnender) Katalog überhaupt für die Zulassung oder Ablehnung von Wasserkraftwerken aus wasserrechtlicher Sicht spielen kann, siehe dazu Anfrage Nr 1097 vom Juni dieses Jahres. Aus einer grünen Auswertung:

    * das ministerium unterstreicht, dass der kriterienkatalog nur im
    naturschutzrechtlichen verfahren bedeutsam ist nicht im wasserrechtlichen
    verfahren. da schwingt eine sehr deutliche distanzierung mit.
    * planungsinstrument: wasserplan wasserkraft von seiten des bmlfuw ist in
    vorbereitung
    * antwort auf frage 2d macht hohes belastungsniveau der
    fließgewässerstrecken deutlich
    * bewirtschaftsplan ist für nutzung der einzelnen wassereinzugsgebiete
    relevant, wird derzeit ausgearbeitet und soll anfang 2009 der
    öffentlichkeitsbeteiligung unterzogen werden.

    Demnach wird es darauf ankommen, was in dem "Wasserplan Wasserkraft" steht und in welcher Weise die breite Öffentlichkeit sich im Jahre 2009 kritisch mit den Planentwürfen auseinandersetzt.

    Betreffend jetzt laufender Einzelprojekte: Der Grün-Alternative Verein zur Unterstützung von BürgerInnen-Initiativen hat den Widerstand gegen das Kraftwerksprojekt an der Sulm finanziell mit € 4.320,-- unterstützt. Es bedarf jedoch immer aktiver BürgerInnen vor Ort und widerständischer Wasserrechtsbesitzer, wie in diesem Fall, dass im Einzelfall etwas unternommen werden kann (nachzulesen auf www.buergerinitiativen.at).

    Wir werden auch weiterhin - gemeinsam mit den Ländergrünen und engagierten BürgerInnen vor Ort - gegen eine Zerstörung intakter Fließgewässerstrecken auftreten.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr Dialogbüro der Grünen


    >
    > -------- Original-Nachricht --------
    > Betreff: Kraftwerksrausch
    > Datum: Mon, 15 Oct 2007 20:10:01 +0200
    > Von: Reinhard Schmid
    > An: dialogbuero@gruene.at
    >
    >
    >
    > Guten Tag!
    >
    > Soweit ich mich erinnern kann, ist die Grüne Bewegung aus dem Widerstand gegen das Wasserkraftwerk Hainburg entstanden.
    >
    > Gerade jetzt sind die letzten drei bis vier Prozent der noch frei fließenden Gewässer Österreichs wieder in Gefahr. Schon verbaut und damit verloren sind zb die letzten noch nicht ausgeleiteten Strecken des Erzbachs in der Steiermark, der Lausabach in Öberosterreich und der Neuhauserbach in Niederösterreich. Geplant sind sechs Kraftwerke an der Kleinen Sölk, an der Gulling, der Schwarzen Sulm und sogar am Untertalbach in Rohrmoos. Dort ist vor einigen Jahren die Tourismusattraktion "Wildes Wasser" geschaffen worden, die nun quasi trockengelegt bzw durch ein Schaukraftwerk ersetzt werden soll. Aber wer will sich schon ein Rohr neben einem leeren Bach ansehen? Aber nicht nur in der Steiermark, Ober- und Niederösterreich (Ybbs) auch in Tirol ist die Ötz, die Isel und zahllose andere Flüsse von Verbauung, Aufstau oder Ausleitung bedroht. Die Ötz und Isel sind die letzten frei fließenden Gletscherbäche in den Ostalpen und unersetzbar.
    >
    > Als dies passiert zumindest ohne wahrnehmbaren Widerstand der Grünen, fasst habe ich den Eindruck sogar mit der Zustimmung. Die Wasserkraft ist zwar regeneratiativ aber gleichzeitig extrem wasserlandschaftsverbrauchend. Zudem liefern die kleinen Bäche oft nur eine Leistung von ein bis zwei Windrädern. Die wenigen unberührten Bäche und Flüssabschnitte sollte man wenigstens erhalten, so wie man auch bei der Donau auf eben ein Kraftwerk verzichtet hat.
    >
    > Ich ersuche Sie, sich wieder auf Ihre Wurzel zu besinnen und sich massiv gegen die Verbauung der letzten frei fließenden Gewässer Österreichs einzusetzten.
    >
    > Mit freundlichen Grüßen
    >
    > DI Reinhard Schmid
    > Deißenhofergasse 16
    > 1230 Wien
    >
    >
    >

    --

    Dialogbüro
    Grüner Klub im Parlament
    1017 Wien
    www.gruene.at

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  • TP seit 2002

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    Anbei die parlamentarische Anfrage der Grünen wegen des Kataloges

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  • TP seit 2002

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    und die Antwort

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  • Hallo,
    ich finde es super, dass ihr euch da engagiert.

    Hier ist noch mal der Link zu der Kajak.at-Story über die Steirischen Kraftwerke vom 31.8.07.
    Darauf sind Texte und Adressen für Protestmails. Bitte schicken !!!!!!!

    kajak.at/79/706358fc-b0f1-4bd7-9c27-c50fad5084ad/Steiermark_im_Kraftwerksrausch_HELP.html


    Bei der Enns-Kummerbrücke soll es angeblich in Zukunft ein Pflichtwasse von 12 m3 geben. Das wäre super. Allerdings ist die Frage, ob das ein Gerücht ist, oder obs dazu einen gültigen Bescheid gibt.

    stay wet
    Tom