Diskussion »In Kleinwasserkraftwerken schlummert viel Strompotenzial«

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    In Kleinwasserkraftwerken schlummert viel Strompotenzial

    Schwaiger: Beratungsaktion für Ausbaumaßnahmen fix / Effizienz bestehender Anlagen verbessern
    Salzburger Landeskorrespondenz, 12. März 2014

    (LK) In Salzburg gibt es derzeit 464 Kleinwasserkraftwerke mit einer Ausbauleistung von weniger als zehn Megawatt. Viele dieser Anlagen könnten ohne viel Aufwand durch technische, wasserwirtschaftliche und/oder ökologische Maßnahmen aufgerüstet werden, sodass mehr Strom erzeugt und eine Verbesserung des Gewässerzustandes erreicht werden kann. Nach detaillierten Berechnungen könnten pro Jahr rund 400.000 Megawattstunden mehr Strom erzeugt werden. Dadurch würde ohne Errichtung neuer Kraftwerke der Anteil der erneuerbaren Energie im Land Salzburg erhöht und die CO2-Belastung gesenkt. "Das Miteinander der Interessen von Wasserkraftbetreibern und Ökologie zu stärken, ist unser Ziel. Wir wollen gemeinsam nach bestmöglichen Lösungen suchen. Salzburg ist ein Land der Wasserkraft und dieses Thema müssen wir sensibel weiter entwickeln. Es geht nie um ein Entweder-Oder, sondern immer darum, die jeweiligen Anliegen zu respektieren und den Blick auf das Ganze nicht zu verlieren. Unser Kernthema ist, die Effizienz solcher Anlagen weiter zu verbessern und insgesamt bis 2020 den Anteil der erneuerbaren Energie in Salzburg auf 50 Prozent zu steigern", erklärte Energiereferent Landesrat Dipl.-Ing. Dr. Josef Schwaiger heute, Mittwoch, 12. März, anlässlich des heutigen Wasserkrafttags.

    Aus diesem Grund setzt Salzburg seine 2012 gestartete Beratungsaktion für Kleinwasserkraftwerksbetreiber auch im heurigen Jahr fort. Die Beratung läuft in zwei Stufen ab. In einem ersten Schritt wird von einem Experten des Landes geprüft, ob eine Steigerung des Regelarbeitsvermögens oder der Engpassleistung der Anlage von mehr als 15 Prozent möglich ist. Ist dies der Fall, wird in einer zweiten Stufe die Anlage bei einem Lokalaugenschein von einem externen Experten, von denen das Land neun unter Vertrag hat, nach hydrologischen, ökologischen und rechtlichen Gesichtspunkten begutachtet. Hauptbestandteil der Beratung ist die Eruierung der möglichen Steigerungspotenziale der Anlage. Das Beratungsergebnis wird in einem Endbericht zusammengefasst.

    Der erste Teil der Beratung ist kostenlos, für den zweiten Schritt durch einen externen Experten erhalten die Betreiber einen Beratungsscheck, durch den zwei Drittel der Beratungskosten, maximal 1.000 Euro, gedeckt werden. Ein Drittel bzw. maximal 500 Euro muss der Betreiber selber zahlen. Für Wasserkraftanlagen unter 30 Kilowatt Ausbauleistung gibt es ein einstufiges Beratungsmodell mit einem Selbstkostenanteil von einem Drittel jedoch maximal 200 Euro. Für heuer stehen für diese Beratungsaktion im Budget maximal 35.000 Euro zur Verfügung.

    Seit dem Start der Aktion im März 2012 haben Fachleute der Fachabteilung Wasserwirtschaft des Landes mehr als 200 einschlägige Anfragen behandelt sowie 20 Lokalaugenschein-Termine vermittelt. Derzeit sind 30 Gutscheine für den zweiten Beratungsteil ausgestellt.

    In Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer Salzburg veranstaltet die Wasserwirtschafts-Fachabteilung heute bei der Kongressmesse für Naturgefahrenmanagement, Bergwaldbewirtschaftung und Wasserkraft "acqua alta alpina, forst austria alpina & hydropower alpina" im Messezentrum Salzburg zum zweiten Mal einen Wasserkrafttag. Auf dem Programm stehen von 9.00 bis 16.00 Uhr interessante Referate und Vorträge zum Thema "Kleinwasserkraft". s54-60c