Diskussion »Machen Befahrungsregeln per Mindestpegel Sinn?«

Diskussion »Machen Befahrungsregeln per Mindestpegel Sinn?«
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    FeldP aus St Georgen13.05.11 15:07

    Seit kurzem gilt für den Schwarzen Regen im Bayerischen Wald eine
    Befahrungsregelung. Neben einer tageszeitlichen Verfügung wird das
    Paddeln auch per Mindestpegel geregelt.
    Doch wie sieht dies in der Praxis aus, wenn der Wasserstand von Flüssen -
    wie mittlerweile überall - durch Kraftwerke und Wehre geregelt wird?
    Interessante Gedanken auf kanukarte.de
    Schönes Wochenende, LG Peter

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    Event Machen Befahrungsregeln per Mindestpegel Sinn?

  2. Hallo Peter!
    Bei der am Schwarzen Regen vom Landratsamt Regen erlassenen Einschränkung des Gemeingebrauchs, bei der neben dem Mindestpegel auch die Tageszeit, der Bootstyp, etc. vorgegeben werden, handelt es sich um einen Wasserstand, der so gering ist, dass kein halbwegs normaler Paddler einen einzigen Gedanken daran verschwenden würde, das Bärenloch zu befahren. Da reichen ein paar Gummistiefel aus.
    Der Kraftwerkseinfluss oberhalb ist in der Regel zu vernachlässigen.
    Regelung macht aber trotzdem insofern Sinn, da es immer einige uneinsichtige, mehr oder weniger erfahrene Paddler gibt, die sich eben nicht auskennen (aber auch Kollegen Kanuverleiher, die ihre Gäste aus kommerziellen Gründen über feuchte Steine rutschen lassen).
    In der Regel ist man im Bärenloch alleine unterwegs. Im Winter und zeitigen Frühjahr sowieso. Zu Stoßzeiten an Wochenenden im Sommer vielleicht mal 50 Paddler am Tag.
    Ärgerlicher ist vor allem die Reglementierung auch zwischen Gumpenried und Viechtach-Schnitzmühle. Diese Strecke ist quasi ganzjährig befahrbar, nur 7 km lang und könnte die Paddler durchaus kanalisieren. Für einen Großteil der Kanutouristen, die das Bärenloch sowieso überfordern würde, die ideale "Leicht-WW-Schnupperstrecke". Aber gut, hier sollte der Mindestpegel meist erreicht werden.
    Was nervt, ist die Lobby der Angler, denen es doch immer wieder gelingt, mit fadenscheinigen Begründungen (oft Pseudo-Naturschutzgründe) andere Menschen aus der Natur auszusperren, um ihren, zumindest fragwürdigen, "Sport" auszuüben.
    Die Reglementierung ist teilweise ärgerlich (Befahrung nur an tiefster Stelle des Flusses erlaubt, bloß kein Kehrwasser anfahren, genau definierte Anlandestellen, etc.), rechtfertigt aber aus meiner Sicht noch keine Klage gegen den Landkreis oder gar zivilen Ungehorsam der "ausgesperrten" Menschen.
    Sollte in Zukunft die Tendenz aber anhalten, zu Gunsten bestimmter Interessengruppen (Jäger, Angler, etc.) andere Naturliebhaber/Sportler von Wald und Fluß auszusperren und weitere Beschränkungen erlassen werden, muss wohl zumindest der Klageweg bestritten werden.
    Grüße,
    Tom