Paddeln auf der Passer / Passerschlucht

Abschnittsbeschreibungen und Links

Fakten

Land Italien
Region Trentino-Südtirol
Schwierigkeit Wildwasser-Grad V
Lage zw. 1177m und 775m über NN
Länge 2km
Gefälle 402m (201‰)
Abschnitt oberhalb Passer / Slalomstrecke
Abschnitt unterhalb Passer / Passerhaim - Saltaus
Letzte Befahrung vor 2 Jahren
Schier endlose Serie von Grundgesteinsstufen in ausgesetzter Felsschlucht. Mit Sicherheit eine der schönsten Extremstrecken der Alpen. Nach Moos verdoppelt der Pfeldererbach von rechts die Wassermenge und die beiden Grundgesteinsrutschen am e-werk sind Programmvorschau. Wer hier zweifelt tut gut daran den Neoschuhe gegen Wanderstiefel zu tauschen. Leichter wirds nicht, ein Abbruch in der Schlucht ist praktisch unmöglich.Die Unentwegten wirft ein wuchtiger Katarakt (2003 und 2004 sehr gefährliches Drahtseil!) aus großen Granitmurmeln ins ruhige Wasser unter der Geschiebesperre. ein seltsames Gefühl mit geducktem Kopf unter einen 20m hohen Mauer durchzupaddeln!Unter einem zerfallenden Holzsteg taucht links der Pegel auf und die Schlucht verengt sich klammartig. Die folgenden Stufen und Felsrutschen sollten allesamt gut besichtigt werden. Die erste ist bei höheren Wasserständen kaum zu umtragen, lässt sich aber mittig gut boofen. Eine verwinkelte Felskurve, die links böse unter die Wand zieht haben wir immer unschwierig umtragen. Eine Pflichtumtrage, wenn auch eine beschwerliche, sollte die hohe Felsrutsche sein, die nach etwa 50m folgt. Der Ausstieg links ist leicht zu übersehen, eine versehentliche Einfahrt fatal. Der Pool wird rechts von einer tief unterspülten Wand begrenzt, gemeinsam mit dem Rücklauf verhindert sie jedes entkommen. Das Umtragen erfolgt über glitschige Felsplatten. Bei wenig Wasser steigt man durch einen über der Wasserlinie liegenden Siphon zum Pool, und setzt im Kehrwasser ein, nur eine halbe Paddellänge vom tosenden Fall entfernt. Bei höheren Wasserständen ist diese Variante (zumindest für den letzten Paddler ohne Einstiegshilfe) zu riskant. Dann müssen die Boote vom hohen Felsen (über dem Siphon) in die Klamm geworfen werden, und nach der nächsten kleinen Stufe von den (ebenfalls springenden) Paddlern geborgen werden.Bis zur Bergsturzzone lassen die Schwierigkeiten auf wenigen 100m nach, was wir nach dem adrenalinintensiven Auftakt nicht wirklich bedauern. Vor einigen Jahren noch eine wunderschön fahrbare dreier-kombi aus hohen Fällen, haben hausgroße Felsen eine völlig unfahrbare Stelle geschaffen. Nach der sorgenfreien Eingangsstufe, muss links über grobes Geröll umtragen werden. Der sehr enge Schlitz gleich nach der Unfahrbaren ist gewöhnlich fahrbar.Schon beim Umtragen wird man sich des gewaltigen Gefälles, nicht nur der Sturzzone, sondern auch der Folgestrecke bewusst. Geschlossen steigen wir gleich nach dem Schlitz links (generell eher eine gute Wahl an der Passer) aus, bewegen unsere Schritte über einen gigantischen Felsriegel bis vor zur Kante. Unsere Blicke spiegeln sich im gut 15m tiefer gelegenen Gumpen.Nun, tragen ist hier nicht unbedingt die beste Idee. Zwar kann eine nicht sehr vertrauenserweckende Seilschlinge -wohl von Schluchtwanderern oder anderen Paddlern angebracht- als Fixpunkt zum Abseilen dienen, doch ist auch der glitschige Felsbalkon 5m über der Wasserfläche nicht gerade gemütlich.Sowohl der Eingangskatarakt (ww6) hat sich verändert, wie auch die Anfahrt unmittelbar an der Fallkante. Der Fall selbst ist 8m hoch und landet weich im riesigen Tumpf. War ein Einstieg nach umtragen des Kataraktes die letzten jahre nur rechtsufrig in einem sehr unkomfortablen Kehrwasser möglich, konnte man Oktober 2004 vor dem Fall links einsetzen und nahm so noch die letzte Stufe des Kataraktes mit.Obacht ist auch weiterhin geboten, die Passer hat noch so einiges in petto. Unzählige Stufen und Felskanäle (einmal nur bootsbreit) folgen. Markant ist eine riesige Felsplatte, die strömungsparallel im Fluss steht. Bei wenig Wasser kann sie mit Risiko links unterfahren werden, bei höherem Wasserstand ist die lichte Höhe zu gering. Das Tragen rechts ist leicht. Eine wunderschöne, doch rückläufige Doppelstufe lässt eine Sicherung ratsam erscheinen. Den letzten halben Km verläuft sich die Passer zwischen großen Kieseln. Es lauern ein gemeiner Siphon unter einer Platte und eine steckgefährliche Stelle, sind nach Ansehen aber beide fahrbar.

Karte

Einstieg

Moos, E-Werk an der Mündung des Pfeldererbach (rechts der Passer)
Ausstieg

E-Werk Langwies oder Holzbrücke nach weiteren 500m
TrustedPaddler

Eingetragen von scheuer

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Bilder der Passer/Passerschlucht

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